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21.07.2024, 08:07 Uhr

Tarifpolitik

Verhandlungen bei Bosch: Unternehmen und Arbeitnehmervertreter erzielen Einigung zur Zukunftsgestaltung des Mobilitätswandels

  • 05.07.2023
  • Aktuelles, Betriebe / Branchen, Vertrauensleute

+ Vereinbarungen schaffen Planbarkeit und Sicherheit + Betriebsbedingte Kündigungen an deutschen Mobility-Standorten bis Ende 2027 ausgeschlossen + Zukunftstarifvertrag regelt Prozess zur Entwicklung von Zielbildern an den tarifgebundenen deutschen Mobility-Standorten

IG Metall: Eine solidarische Gemeinschaft.

Bosch erreicht mit seinen Arbeitnehmervertretern eine weitere Etappe bei der Gestaltung des Mobilitätswandels: Die Verhandlungspartner haben eine Einigung erzielt, um die Zukunftsfähigkeit der deutschen Mobility-Standorte langfristig zu sichern. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2027 bietet Planbarkeit und Sicherheit für die Beschäftigten des Unternehmensbereichs Mobility im Zuständigkeitsbereich des Gesamtbetriebsrats. Wichtiger Bestandteil der Einigung ist der Zukunftstarifvertrag, der einen Prozess zur Entwicklung von Zielbildern für die tarifgebundenen deutschen Mobility-Standorte regelt.

Die Einigung beinhaltet darüber hinaus die Neuaufstellung des Unternehmensbereichs Mobility, die zum 1. Januar 2024 umgesetzt werden soll. Ziel der Neuaufstellung ist es, bestehende und neue Kundenbedarfe mit maßgeschneiderten Lösungen noch besser und schneller aus einer Hand bedienen zu können. Zudem wird die Gremienarbeit zum Austausch mit den Arbeitnehmervertretern neu gestaltet sowie deren intensivere Beteiligung bei strategischen Themen etabliert. Die Betriebsräte werden vor Standortentscheidungen strukturiert einbezogen und können Handlungsalternativen einbringen.

"Wir sind mit einem umfangreichen Verhandlungspaket gestartet und haben in allen Punkten sehr gute gemeinsame Ergebnisse erzielt", so Frank Sell, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats des Unternehmensbereichs Mobility und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH. "Zunächst können sich die Mitarbeiter an den Mobility-Standorten über einen sicheren Arbeitsplatz bis 2027 freuen. Noch wichtiger ist: Die Betriebsräte werden nun auch frühzeitig in strategische und wirtschaftliche Planungen eingebunden, zum Beispiel hinsichtlich der Ansiedelung von Zukunftsprodukten und Entwicklung von Zielbildern. So gestalten wir die Zukunft der deutschen Mobility-Standorte auch über das Jahr 2027 hinaus."

Der Mobilitätsmarkt erlebt aufgrund zahlreicher Neuentwicklungen eine beispiellose Transformation. Dazu gehören unter anderem der fortschreitende Trend zu alternativen Antriebslösungen, ein starker Softwarefokus, neue Fahrzeugarchitekturen sowie automatisierte Fahrfunktionen und die steigende Nachfrage nach Mobilitätsdienstleistungen. "Wir freuen uns, dass wir bei diesem komplexen Thema ein für alle Seiten tragfähiges Ergebnis erzielt haben. Der Wandel der Mobilität verändert unser Geschäft stark. Für uns gilt es, leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies schaffen wir nur, wenn alle an einem Strang ziehen und Verantwortung übernehmen", sagt Stefan Grosch, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH. "Mit der erzielten Einigung stärken wir die Sozialpartnerschaft. Die Zusammenarbeit mit den Verbänden wird auch für die Zukunftsgestaltung von wesentlicher Bedeutung sein."

Erika Rasch, Leiterin Personal des Unternehmensbereichs Mobility, ergänzt: "Wir haben gemeinsam ein richtungsweisendes Ergebnis und einen wichtigen Meilenstein für die Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern erreicht. Die Umsetzung wird allen Beteiligten weiterhin viel abverlangen. Im nächsten Schritt werden Zielbilder für die einzelnen Standorte entwickelt."

Nadine Boguslawski, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart und Mitglied im Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH, unterstreicht die Bedeutung des Zukunftstarifvertrags: "Das Verhandlungsergebnis zeigt wieder, dass Tarifverträge für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen unerlässlich sind und verbindliche Sicherheiten für die Beschäftigten schaffen. Nun geht es um die konkrete Ausgestaltung der Zukunftsbilder gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall."

Das unterstreicht auch Barbara Resch, Tarifsekretärin der IG Metall Baden-Württemberg: "Das vereinbarte Paket bietet die Möglichkeit, die Zukunft im Sinne der Beschäftigten zu gestalten und könnte eine Vorlage für andere Unternehmen sein, besonders für die Automobilzulieferindustrie."

Die Vereinbarungen werden knapp 80 000 Beschäftigte in Deutschland betreffen.

Quelle: IG Metall Baden-Württemberg, Gemeinsame Pressemitteilung der IG Metall und von Robert Bosch vom 4. Juli 2023


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