IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim
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05.12.2020, 07:12 Uhr

Tarifpolitik

Über 90 Prozent der Metaller*innen bei Wilkhahn wollen keine Einschnitte beim Weihnachtsgeld 2020 – Der Anspruch auf die Sonderzahlung ist sicher.

  • 12.11.2020
  • Aktuelles, Betriebe / Branchen, Vertrauensleute

Im Juli 2020 hat die Geschäftsführung des Büromöbelherstellers Wilkhahn in Eimbeckhausen bei Bad Münder der IG Metall ein Schreiben übersandt mit der Ankündigung von wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die zu einem Entfall des „Weihnachtsgelds 2020“ führen sollten.

Die Tariferfolge sichern! Foto: IG Metall 2016.

Die IG Metall hat nach der Sommerpause im August 2020 eine erste Sondierung vorgenommen, um die Notwendigkeiten des Verzichtsbegehens auszuloten. Nach diesem Sondierungsgespräch wurde vereinbart, das die Geschäftsführung andere Wege erarbeiten müsse, um die beschriebene strukturelle Anpassung im Unternehmen vorzunehmen, als in die Brieftaschen der Kolleginnen und Kollegen zu greifen.

Mitte September wurde der IG Metall in einem weiteren Schreiben der Geschäftsführung Wilkhahn mitgeteilt, dass nicht nur das „Weihnachtsgeld 2020“ sondern auch Gespräche über den Entfall des zusätzlichen Urlaubsgeld 2021 und das „Weihnachtsgeld 2021“ gewünscht seien, um die zukünftigen Herausforderungen zu meistern.

Die Mitgliederversammlung entscheidet

Wie in solchen Fällen üblich hat die IG Metall Bezirksleitung eine wirtschaftliche Begutachtung in Auftrag gegeben, die auf der Mitgliederversammlung am 6.11.2020 die Grundlage für die Diskussion und Abstimmung über die Aufnahme zum Verzicht der tariflichen Errungenschaften darstellte.

Inhaltlich wurden in der Mitgliederversammlung die von der Geschäftsführung im Gutachten beschriebenen Investitionen und Neuaufstellungen des Büromöbelherstellers dargestellt und von den IG Metall Mitgliedern bewertet und kritisch unter die Lupe genommen. Nach langer Diskussion der IG Metall Mitglieder über die im Gutachten dargestellten Investitionszusagen, Neuaufstellungsvorstellungen und Auswirkungen von Verzichten der Mitarbeiter wurde in geheimer Wahl auf der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung mit über 90 Prozen entschieden, dass die IG Metall nicht über das „Weihnachtsgeld 2020“ verhandeln darf.
„Die Mitglieder haben den Wert der IG Metall und der Tarifverträge erkannt und halten daran fest. Ein gutes Signal das man an erkämpften Erfolgen festhalten muss und ausschließlich als Mitglied davon abweicht, wenn Geschäftsführungen schlüssige, nachvollziehbare und wertvolle Zukunftskonzepte bei Verzichtswünschen vorlegen,“ resümiert der Betriebsbetreuer der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim Mathias Neumann das Ergebnis der Abstimmung auf der Mitgliederversammlung.

Die Geschäftsführung wurde selbstverständlich über das Ergebnis der Mitgliederversammlung unterrichtet, mit dem Verweis auf ein bis Ende März 2021 vorzulegendes robustes Produktions-, Investitions- und Vertriebskonzept für die kommenden Jahre, um gegebenenfalls auf einer weiteren Mitgliederversammlung über die Aufnahme von Gesprächen über den Entfall des zusätzlichen Urlaubsgelds 2021 und „Weihnachtsgeld“ 2021 beraten zu können.    


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