IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim
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03.12.2021, 01:12 Uhr

HOLZ UND KUNSTSTOFF VERARBEITENDE INDUSTRIE TARIFRUNDE 2021

IG Metall: Tarifrunde in der Holz- und Kunststoffindustrie – Arbeitgeberposition in zweiter Verhandlung sorgt für Verärgerung bei den Beschäftigten

  • 28.09.2021
  • Aktuelles, Vertrauensleute, Betriebe / Branchen

Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde in der Holz- und Kunststoffindustrie in Niedersachsen gingen die Tarifvertragsparteien ohne Ergebnis auseinander.

„Das Bewegen der Arbeitgeberseite lässt sich mit keinem Zollstock messen."

Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall, erklärte nach Sitzungsende in Melle sichtlich genervt: „Das Bewegen der Arbeitgeberseite lässt sich mit keinem Zollstock messen. Weiterhin ist kein tragfähiges und den Kolleginnen und Kollegen gegenüber wertschätzendes Angebot am Verhandlungstisch präsentiert worden. Die Arbeitgeber bleiben bei ihrer Position aus der ersten Verhandlung, die unweigerlich zum Reallohnverlust der Beschäftigten führt. Insbesondere die hartnäckige Verweigerungshaltung zum Thema Demografie ist völlig unverständlich. So kommen wir auf keinen grünen Zweig!“

Die IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in der Holz- und Kunststoffindustrie und eine Aufstockung des tariflichen Demografiefonds um 450 Euro auf zukünftig 750 Euro je Beschäftigten im Jahr - aus dem Fonds wird etwa die Altersteilzeit finanziert. Somit stellt ein Entgelt-Plus von 5,8 Prozent zusammen das Forderungspaket der Gewerkschaft dar. Die Hauptbranchen der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie sind unter anderem die Möbelindustrie, die Holz ver- und bearbeitende Industrie oder der Baubedarf aus Holz und Kunststoff wie zum Beispiel Fenster- und Türenhersteller. Des Weiteren gehören auch Branchen wie die Klavierbauer, Automobilzulieferer oder Produzenten von Lebensmittelverpackungen im Bereich Kunststoff zur Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie.

In der ersten Verhandlungsrunde am 10. September legten die Arbeitgeber ein müdes Angebot vor: 30 Monate Laufzeit und eine Nullrunde bis Ende Februar 2022. Danach wolle man für 12 Monate die Entgelte um 1,2 Prozent erhöhen und anschließend nochmals 1,3 Prozent drauflegen. Die Tarifkommission der IG Metall wies die Forderung der Arbeitgeber nach einem Reallohnverlust ab. Die Tarifforderung der IG Metall nach einer Verlängerung des Tarifvertrages Demografie, zur Gestaltung des demografischen Wandels in den Betrieben, lehnten die Arbeitgeber grundsätzlich ab. In der zweiten Verhandlung blieben die Arbeitgeber bei ihrer Position und bewegten sich nicht einen Millimeter.

„Die Corona-Krise wird weiterhin von der Gegenseite als Vorwand instrumentalisiert, um eine Sparrunde durchzudrücken. Das werden wir nicht hinnehmen. Die Situation in der Branche ist vielfältig und vielerorts sind die Auftragsbücher bis zum Anschlag voll. Ein fettes Umsatzplus sowie angeordnete Mehrarbeit bestimmen in weiten Teilen unseres Tarifgebiets den Unternehmensalltag. Es wird Zeit, dass auch die Kolleginnen und Kollegen von dem anziehenden Geschäft profitieren. Schließlich sind Sie es gewesen, die der Pandemie getrotzt haben und zugleich mit der ausufernden Inflation zu kämpfen haben. Wir erwarten ein solides Angebot: Es darf nicht sein, dass die Beschäftigten am Ende einen Reallohnverlust zu tragen haben!“, so Wente weiter.

Nun werde die IG Metall in den Kampagnen- und Kampfmodus schalten, zeigte sich Wente kämpferisch. Nochmals auf Holz klopfen dürfe die Arbeitgeberseite, denn „ab dem 14. Oktober endet die Friedenspflicht und wir sind bereit unseren Forderungen auch vor den Betrieben mit ersten Warnstreik- und Protestaktionen Nachdruck zu verleihen.“ In den nächsten Tagen starte eine Onlinekampagne, die den Druck auf die Arbeitgeberseite nochmals erhöhen soll. „Unsere Forderungen sind hinlänglich bekannt. Wir erwarten bei der Rückkehr zu einer dritten Gesprächsrunde endlich messbare Bewegung der Arbeitgeber, sonst ist eine Verschärfung der Tarifrunde nicht ausgeschlossen!“, fügt der Gewerkschafter abschließend an. Die dritte Verhandlungsrunde soll am 18. Oktober in Melle stattfinden.

 

Quelle: IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Presseinformation vom 28. September 2021.


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