IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim
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24.10.2021, 14:10 Uhr

Metallhandwerk

Kündigungsschutz, mehr Geld und freie Tage im Metallhandwerk und der Landbautechnik in Niedersachsen

  • 21.10.2020
  • Aktuelles, Betriebe / Branchen, Vertrauensleute

Tarifeinigung sorgt für sichere Jobs und mehr Geld trotz Corona!

"Der Tarifabschluss ist richtungsweisend", Markus Wente, IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Den Tarifabschluss hat die IG Metall für die rund 50.000 Beschäftigten im Metallhandwerk sowie im Land- und Baumaschinentechnikerhandwerk Niedersachsen durchgesetzt. IG Metall-Mitglieder sind bis Jahresende vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Ab April gibt es 2,5 Prozent mehr Geld und die Azubivergütungen steigen überproportional. Ab 2022 können Beschäftigte freie Tage statt einem tariflichem Zusatzgeld wählen.

„Dieser Erfolg liegt vor allem in der Stärke unserer Mitglieder im Betrieb“, meint Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall. „Wir haben das Maximum erreicht, was in der aktuell schwierigen Lage möglich war. Wie immer ging es um die Sicherung von Beschäftigung und Liquidität für die Unternehmen sowie um mehr Zeit und Geld: Durch acht zusätzliche freie Tage, deutliche Entgelterhöhungen und die neuen Ausbildungsvergütungen können wir nun mehr Gerechtigkeit schaffen.“

Ausbildungsvergütungen steigen
Für Auszubildende gibt es bereits jetzt mehr Geld - bis zu 127 Euro mehr im Monat. Die monatlichen Ausbildungsvergütungen steigen dadurch auf bis zu 1.000 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Dazu sagt René Zimmermann, JAV-Vorsitzender bei Höcker Polytechnik und Mitglied der Tarifkommission: „Während meiner Ausbildung zum Industriekaufmann erhielt ich im Vergleich zu meinen Berufsschulkameraden die niedrigste Ausbildungsvergütung, da in meiner Klasse fast nur Azubis aus Industriebetrieben saßen. Dabei lernen wir alle denselben Beruf. Die Arbeitgeber haben wohl verstanden, dass man gute Mitarbeiter selbst ausbilden muss und dafür bedarf es Anreize.“

Ab 2022 auch hier: Tarifliches Zusatzgeld oder 8 freie Tage
Ab dem Jahr 2022 tritt dann das neue tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG) in Kraft, das bereits aus der Metallindustrie bekannt ist. Damit erhalten alle Beschäftigten mit der Abrechnung für den Monat April eines Jahres eine weitere jährliche Sonderzahlung in Höhe von 27,5 Prozent ihres individuellen Monatseinkommens. Diese Sonderzahlung ist wandelbar in bis zu acht zusätzliche freie und bezahlte Tage pro Jahr. Um diese freie Zeit entnehmen zu können, müssen Beschäftigte bereits im Herbst des Vorjahres einen Antrag bei ihrem Arbeitgeber einreichen.

Jobs vorerst sicher
Bis zum 31. Dezember 2020 gilt eine Beschäftigungssicherung für IG Metall-Mitglieder in allen Mitgliedsbetrieben der beiden Arbeitgeberverbände.

„Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende diesen Jahres tariflich ausgeschlossen. Das können wir in der derzeitig schwierigen und unsicheren Situation durch die Corona-Pandemie als Erfolg verbuchen“, findet Werner Kötter, Betriebsrat beim Baumaschinenhersteller Dynapac in Wardenburg und Mitglied der Verhandlungskommission der IG Metall.


Quelle: IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 09.09.2020, Nr. 41/2020


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